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Artikel geschrieben von: Rev_Blackjack
In dem alten, verwunschenen Haus auf dem Hügel tut sich etwas. Seltsame Lichter in den Fenstern, merkwürdige Geräusche und Gestalten treiben ihr Unwesen. Grund genug, der Sache einmal auf den Zahn zu fühlen. So machen sich sechs unerschrockene Forscher auf, um das Geheimnis zu lüften, nichts ahnend, dass schon bald einer von ihnen zum Verräter wird…





Zuerst geht es jedoch darum, das Haus zu erforschen. Es gibt drei Stockwerke: Erdgeschoss, Obergeschoss und Keller. Die Räume werden von einem Stapel aufgedeckt und an eine jeweils passende Tür angelegt, ein Konzept, dass z.B. aus „Zombies!!!“, oder der Erweiterung „Helden in der Unterwelt“ von „Rückkehr der Helden“ bekannt ist. In einigen Räumen findet man Gegenstände, die einen weiterhelfen, in anderen geschehen seltsame Dinge wie die blutenden Wände oder Spinnenschwärme und in wieder anderen geschehen Omen, zu denen wir später kommen. Außerdem haben einige Räume besondere Eigenschaften, so kann man in der Bibliothek sein Wissen erhöhen oder von einem Raum mit kaputtem Boden durch einen beherzten Sprung in einen darunter liegenden Raum gelangen.

Omen läuten den zweiten Teil des Spiels ein. Jedes Mal, wenn ein Omen gezogen wird, würfelt man auf einen bestimmten Wert, um zu sehen, ob der Spuk (the Haunt) beginnt. In diesem Fall wird auf einer Liste nachgeschaut und anhand des Omens und des Raumes, in dem das Omen stattfand, der Spuk ausgewählt. Einer der Spieler wird nun zum Verräter (erklärt ebenfalls die Liste) und zieht sich mit einer Beschreibung seiner Aufgabe in einen anderen Raum zurück, während die Helden ihren Teil der Beschreibung durchlesen. Und dann kann’s losgehen! Es stehen 50 verschiedene Szenarien zur Verfügung. Diese reichen von einem Zombieangriff, in dem der Verräter die Rolle der Zombies übernimmt, über einen Ring, der den Verräter unsichtbar macht und ihm den Verstand raubt (na, an was erinnert uns das?) bis hin zu komplexen Aufgaben, in der Särge gefunden, Leichen ausgegraben und mit Ritualen gebunden werden müssen. Je nach dem welche Aufgabe mit welchen Vorraussetzungen begonnen wird, ist das Spiel dann recht schnell vorbei oder zieht sich noch eine ganze Weile hin. Am Schluss haben entweder die Helden als Gruppe gewonnen oder der Verräter hat den Sieg eingeheimst.

Besprechung: Wie ich schon sagte, das Spiel rockt. Betrayal at House on the Hill ist aus der großartigen Avalon Hill-Schmiede, die mal wieder beweist, dass man alten Konzepten mit ein bisschen Kreativität neues Leben einhauchen kann. Spannend ist das Spiel gerade dadurch, dass man nie weiß, wann der Spuk beginnt, was genau passieren wird und ob man überhaupt eine Chance hat. Wirklich ausgewogen ist da gar nichts, nach dem Spuk kann das Spiel innerhalb einer Runde vorbei sein oder sich auch noch einige Zeit ziehen. Ob das optimal ist, darüber kann man streiten, aber es ist auf jeden Fall was Neues.

Ausstattung: Die Gestaltung der Räume und Spielfiguren ist liebenswert ausgefallen, die Spielerfiguren sind allesamt bemalt und sehen richtig gut aus für Produkte von der Stange. Neben diesen beinhaltet die Box noch fast 300 Pappcounter, die für die jeweiligen Haunts wichtig sind, die Ereigniskarten, ein paar Spezialwürfen (0, 1 oder 2 Augen), die Raumteile und noch ein bisschen Kram. Bei den Pappkameraden war man leider nicht ganz so Gründlich wie beim Spielkonzept, die Charaktertafeln neigen dazu, sehr schnell an den Rändern an Stabilität zu verlieren, da man mit Plastikschiebern die Werte der Figuren festhält und das die Pappe arg in Mitleidenschaft zieht. Trotzdem, hier gibt es Value for Money, das Preis/Leistungsverhältnis ist annehmbar.


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Fazit: Betrayal ist perfekt für Gruppen, die oft und gerne miteinander spielen. Das Konzept erlernt man schnell und verspricht Langzeitmotivation, auch kann man 50 Spiele machen, die sich, trotz Regelbekanntheit, nicht wiederholen. Hier ist also wirklich etwas, was Vielspielern Spaß machen kann.

Idee/Konzept: 9/10
Ausstattung/Haltbarkeit: 6/10
Langzeitspaß: 9/10

Gesamt: 8,5/10

Nachtrag: Das Spiel ist komplett auf Englisch und die Hauts sind relativ komplex beschrieben. Ein bisschen firm sollte man schon sein.
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