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Artikel geschrieben von: Rev_Blackjack
Wenn einen Mann die Muse küsst, dann soll er sich nicht wehren. Und so saß ich neulich Nachts am Rechner und entwarf folgendes Szenario, das sich gut dafür eignet, unter GURPS zu laufen (Science Fiction, TL 13) oder in einem freien Rollenspiel verwendung zu finden (durch das Erstellen und Abdrucken dieses Szenarios liegt das Copyright eindeutig bei mir.. sollte ich also nächste Woche sehen,dass irgendwer von euch damit steinreich geworden ist: ICH FINDE EUCH!)

Ja, es ist noch nicht perfekt und vollkommen fertig, aber trotzdem wäre ne Meinung eurerseits gar nicht mal so schlecht.



Geschichte des Quintus-Systems Niemand weiß mehr, welches Unglück geschah. Niemand weiß, ob die Bombe das Leben unmöglich machte, ob die Natur sich gegen ihre Unterdrücker wandte oder ob die Menschheit selbst ihr Ziel endlich erreicht hatte: Die Vernichtung sämtlichen Lebens auf der Erde. Niemand weiß mehr, welches Jahr die Menschheit schrieb, als sie ihren Heimatplaneten Erde verließ und ihr Glück im All suchte. Sieben Schiffe, gebaut von der Allianz, brachten auf in Richtung des Pferdekopfnebels. „Lincoln“, „Samurai“, „Loreley“, „Buckingham“, „Wolga“, „Charles de Gaulle“ und „Galileo“, das waren ihre Namen. An Bord: die klügsten und wichtigsten Menschen ihres Landes sowie deren Kulturerbe. Die Unabhängigkeitserklärung, die Werke eines Goethe, Beethoven oder Mozart, Kostbare Bücher aus der Vatikanbibliothek und vieles mehr gingen mit den Hoffnungsträgern auf die große Reise. Die „Wolga“ schaffte nicht einmal den Weg aus dem Sonnensystem hinaus und die „Galileo“ treibt als totes, Lebensfeindliches Wrack aufgrund eines Meteoriteneinschlags vor vielen Generationen in den endlosen Weiten des Alls. Ihr kulturelles Erbe wurde zunächst zur Legende, dann zum Mythos und dann fiel es der Vergessenheit anheim. Wir waren nur noch fünf.

Im Jahre Null erreichten wir den Quadranten 6284-BX7. Etwas derartiges hatten sich die Wissenschaftler in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen können: Galt ein Planet außerhalb unseres Sonnensystems als ein Zufall, ein erdähnlicher als wahnsinniges Glück und ein bewohnbarer als Wunder, so sahen wir uns schon bald dem größten aller Wunder gegenüber. Eine Welt tat sich uns auf, Grün und wunderbar. Wir nannten sie „Eden III“ und viele hundert Jahre lang florierte Wirtschaft, Kultur und Technik in einer friedlichen Utopie.

Doch der Mensch lernt nicht. Im Jahre 1286 drohte die Menschheit ein zweites Mal im Krieg zu versinken. Doch Wissenschaft und Technik hatten uns neue Wege gelehrt: Den Tachyonenantrieb, der Reisen mit dem vielfachen der Lichtgeschwindigkeit zulässt, Antimaterietechnik, die genug Energie bringt, um alle Wunder am Laufen zu halten. Und so setzte sich der Rat der fünf zusammen und entschied folgendes: 500 Jahre lang sollte jede Nation von Eden II ein fünftel des Quadranten 6284-BX7 besiedeln und sich dabei nur um die eigenen Probleme kümmern.

Am 1. Januar des Jahres 1786 würden die Vorsitzenden der jeweiligen Nationen auf Eden II zusammentreffen und einen Rat gründen um der Menschheit den Frieden und die Sicherheit zu gewährleisten, nach der sie sich so sehnt.

Und so gründeten die Nachfahren der Besatzung der „Loreley“ im südlichen Teil des Quadranten den Sektor „Germania“. Im Uhrzeigersinn folgte der Sektor „Liberty“, danach „Britannica“. Im galaktischen Norden liegt „Edo“ und zwischen „Edo“ und „Germania“ befindet sich „Marseillaise“.

Natürlich vergingen die 500 Jahre trotz alledem nicht ohne Reibereien:

Im Jahre 1293 kam es zum Grenzkonflikt zwischen Marseillaise und Germania. Durch den Eden-Kontrakt gebunden verfolgten die anderen Sektoren teilnahmslos das Bombardement und die darauf folgende Entstehung der Lothringen-Linie. Dieser Konflikt sorge auch für eine Spaltung des Germanischen Reiches. Während die eine Seite sich verzweifelt um Frieden bemühte, blühte in der Gegend der Lothringen-Linie der alte Glaube an die Übermacht der Germanen wieder auf. So entstand die „Achse“, eine radikale faschistische Vereinigung, die Macht über mehrere Sternensysteme in der Nähe der Marseillaise ausübt.

1492 (ironischerweise) schlug die Flotte der Libertianer die Britannica in der Schlacht um das York-System.

1578 begann Edo massiv in marseillaisisches Gebiet einzudringen, wurde allerdings zurückgeworfen.

1608 Meldeten germanische Wissenschaftler ein fremdes Raumschiff, das ihren Sektor durchquerte. Eine Untersuchung ergab, dass es sich um die tote Galileo handelte, die führerlos im Weltall trieb. Neben unschätzbar wertvollen Werken eines Da Vinci, Botticheli oder Raphael Santi erwachte auch der Christliche Glaube zu neuem Leben. War der Großteil der fünf Systeme atheistisch eingestellt (einzig in Liberty fiel der Same des neuen Glaubens auf nahrhaften Grund), gründeten sich bald mehr oder weniger radikale Sekten, die insbesondere durch ihre „Kreuzzüge“, religiös verharmloste Raubzüge, von sich reden machte. Von ihnen soll aber später die Rede sein.


1786 schließlich, nach über 150 Jahren des Friedens, schuf der Rat der Fünf Völker den Quintus-Sektor. Auf dem neutralen Planeten „Eden II“ ist seitdem das Parlament beheimatet. Die Welten liegen untereinander in einem brüchigen Frieden.

Heute, im Jahre 2019, sind wir noch weit davon entfernt, eine glückliche und sorgenfreie Menschheit zu sein.

In Germania wird die freie Menschheit durch die ständige Bedrohung durch die Achse und den Druck einiger mächtiger Wirtschaftsbosse in Angst gehalten, Liberty’s Agenten machen Jagd auf atheistische Freidenker. Wer sich in Britannica nicht der totalen Kontrolle der Oberschicht unterwirft und ein Duckmäuserleben führt, lebt ebenso gefährlich wie Menschen, die es in Edo ablehnen, Sklavendienste in den Fabriken zu leisten. Einzig Marseillaise hat keine funktionierende Oberschicht, aber da das Volk durch ständige Grenzreibereien mit der Achse auf der einen und Edo auf der anderen Seite quasi jeden Tag in einen Krieg verwickelt ist, hat keiner in Marseillaise genug Freizeit, sich daran zu freuen.


Zu den gefährlichsten Spilttergruppen zählen eindeutig die radikale christlichen Piratenbanden, allen voran die „Templer“, die besonders in Britannica ihr Unwesen treiben. Von dem System „Canterbury“ aus starten sie ihre „Kreuzzüge“ gegen die ungläubigen. Schmuggler gibt es im ganzen Sektor, aber kaum ein Schmugglerring ist so gut organisiert wie die Yakuza-Clans der Edoshi. Da durch die fundamentalen Gesetze in Liberty Alkohol, Drogen und Glücksspiel untersagt sind, konzentrieren die meisten Schmuggler ihre Kräfte stark auf diesen Sektor. Eine Sonderrolle in der Schmugglerszene stellen die britannischen „Merrymen“ dar, die Luxusgüter der Oberschicht stehlen und an die Bevölkerung verteilen. Söldnerclans, die die schmutzige Arbeit verrichten, gibt es fast noch mehr als Schmuggler. Die gefährlichsten sind die Ronin der Edoshis und die Eisenfaust der Germanier. Außerdem soll sich in den Reihen der Achse eine Vereinigung von Sturmtruppen zusammengeschlossen haben. Das ist aber nur ein Gerücht. Ebenso mysteriös wie die britannischen „Merrymen“ sind die marseillaisischen „Musketiere“, die zwar per Definition Söldner sind, allerdings nur für ihren Heimatsektor kämpfen.
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