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Artikel geschrieben von: Rev_Blackjack
Dieses Jahr neu auf der Spielemesse auf Deutsch: Das neue "Welt der Dunkelheit"... ein erster Blick verrät Gemeinsamkeiten und Neuerungen...

Zuerst einmal ein Blick in die Vergangenheit: Vor etwa 15 Jahren jetzt erschien mit "Vampire - the Masquerade" das erste Spiel aus der World of Darkness-Serie. Ihm folgten Werewolf, Mage, Changeling und Wraith als Kernsysteme. Und spätestens mit Vampire: 3rd Edition (ca 2000) wurde für jede Rasse, die auf der Welt kreuchte und fleuchte, ein neues Regelwerk oder doch wenigstens ein Clanbuch, basierend auf Werewolf oder Changeling geschrieben. So geschah mit der World of Darkness langsam das, was keier am Anfang wollte: Es wurde starr und ließ dem ambitionieren Spielleiter keine Freiheiten mehr, in irgendeine Richtung zu improvisieren. Dazu kamen noch zahllose Romane... und wir waren in einer Sackgasse.

Und so wurde 2004 die WoD vollkommen neu designt: Man zog die Handbremse und entwarf das System von Grund auf neu. Das Storytellersystem (Mit W10ern Erfolge sammeln) ist weitestgehend gleich geblieben, jedoch um einige Ecken vereinfacht, die Charakterbögen haben eine Frischzellenkur erhalten... und was das wichtigste ist: Das Regelwerk ist modular geworden. Was bedeutet das?

Das bedeutet schlicht und ergreifend: Es gibt ein Grundregelbuch (eben "Welt der Dunkelheit"Augenzwinkern, das vollkommen ohne großes Hintergrundgetue auskommt. Hier werden die Regeln erklärt und die Erschaffung ganz normaler Leute steht im Vordergrund. Der Ton liegt weniger auf Gothic-Punk, mehr auf Mystery wie z.B. "Akte X" in den düstereren Folgen. Dem SL steht es frei, zu entscheiden, ob die SCs gegen Geister, Dämonen, Den Großen Alten oder gegen den Mothman antreten, es gibt keine einheitliche Geschichte der Vampire oder Werwölfe mehr.

In den Modulen "Vampire: Requiem" und "Werewolf: Pariah" finden die Spieler jetzt die Möglichkeit, ihren bisher erschaffenen Menschen zum Vampir bzw. Werwolf umzugestalten. Das hat den großen Vorteil, dass die Zeit vor dem "Kuss" bzw. der ersten Verwandlung detailreicher und präziser dargestellt werden kann. Bisher noch nicht auf Deutsch erschienen ist "Mage: Awakening", das der Nachfolger von "Magus" sein wird.

FAZIT: Die Frischzellenkur hat dem Storytellersystem verdammt gut getan! Neueinsteiger (und Gegelgenheitsspieler) sollten sich dieses Werk eher zulegen, als dass sie auf die alten Bücher bauen sollten. WoD-Profis sollten sich allerdings zweimal überlegen, ob der Wechsel für sie zwingend notwendig ist, da, wie gesagt, auch die Hintergründe der Vampire und Werwölfe stark verändert wurde.

Die Optik der beiden mir vorliegenden Werke (Grundregelwerk und Werwolf) ist edel, beide Bücher kommen im schicken Hardcover daher und sind mit vienem Bildern (die dieses Mal auch besser zum geschriebenen Text passen) geschmückt. Wie auch in den älteren Ausgaben wechseln sich reine Regeltexte und Kurzprosa aus der Sicht der Bewohner der WoD miteinander ab, wobei hier eindeutig mehr Gewicht auf letztere als in den frühreren Ausgaben der diveren Bücher gelegt wurde. So wirkt die Welt lebendiger... und bedrohlicher.

Demnächst: Ausführlicherer Test von WEREWOLF!
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